Ein digi­ta­ler Bil­der­rah­men ist eines der groß­ar­tigs­ten Pro­jek­te mit dem Rasp­berry Pi

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Wer einen digi­ta­len Bil­der­rah­men sel­ber baut, macht das aus zwei Grün­den: Ent­we­der macht es einem gro­ße Freu­de, etwas selbst zu erschaf­fen und rich­tig tief in die Mate­rie ein­zu­stei­gen, oder aber man kann das, was man will, nicht kau­fen.

Natür­lich  gibt es gute digi­ta­le Bil­der­rah­men zu kau­fen. Aber es gibt auch nicht ein so brei­tes Ange­bot, dass man sich leicht alle Wün­sche erfül­len kann. Und so kom­men vie­le dann doch wie­der auf eine Selbst­bau­lö­sung zurück.

Wie mei­ne Lei­den­schaft für digi­ta­le Bil­der­rah­men anfing

2005 habe ich mei­nen ers­ten digi­ta­len Bil­der­rah­men von einer US-ame­­ri­­ka­­ni­­schen Fir­ma names Pho­to­Vu bestellt. Die Fir­ma stell­te damals die zwei­fels­oh­ne hand­werk­lich schöns­ten Pro­duk­te mit Holz­rah­men und Pas­se­par­tout her.

Damals war der größ­te Rah­men gera­de mal 19 Zoll breit, aber mit dem Pas­se­par­tout sah er schon recht ordent­lich aus.

Man lud die Bil­der auf einen USB Stick und steck­te ihn in den Rah­men, der die Bil­der mit einer Rei­he sehr schön aus­ge­wähl­ten Über­gän­gen anzeig­te. Es war damals sogar schon ein WLAN Stick dabei, womit man eini­ge Ein­stel­lun­gen vor­neh­men konn­te.

Mor­gens ging der Rah­men an, und abends wie­der aus. Er lief auf Linux und kos­te­te nicht gera­de güns­ti­ge $ 1500, wor­auf noch Zoll und Mehr­wert­steu­er fäl­lig wur­den. Aber er war ein Wun­der­werk der Tech­nik und des Hand­werks.

Etwa vier Jah­re spä­ter gab der Rah­men sei­nen Geist auf. Da hat­ten wir uns aber schon so sehr an die stil­le visu­el­le Unter­hal­tung im Wohn­zim­mer gewöhnt, dass sofort klar war: Wir brau­chen einen Nach­fol­ger. Jetzt hat­te das Top Modell schon einen 22 Zoll Bild­schirm. Wir ver­brach­ten vier schö­ne Jah­re zusam­men, aber dann blieb auch die­ser Bil­der­rah­men dun­kel.

Da der Bil­der­rah­men unge­fähr so abge­schlos­sen war wie heu­te heu­te ein iPho­ne, gab es da nicht viel zu repa­rie­ren. Viel­leicht war es nur die CMOS Bat­te­rie oder die Fest­plat­te, aber da kam man ein­fach nicht ran.

In der Zwi­schen­zeit hat­te Pho­to­Vu den Betrieb ein­ge­stellt, also gab es die Opti­on einer wei­te­ren Bestel­lung nicht mehr.

Nach­be­stel­lung nicht mehr mög­lich - was jetzt?

Ich mach­te mich also dran und recher­chier­te nach käuf­li­chen Alter­na­ti­ven.

Und fand nichts.

Kei­ne ver­nünf­ti­gen Anbie­ter von digi­ta­len Bil­der­rah­men mit einer Grö­ße von 22 Zoll oder grö­ßer, mit schö­nen Bild­über­gän­gen und einem Sei­ten­ver­hält­nis von 16:10.

2014 fand ich gar kei­ne Anbie­ter von ordent­lich gebau­ten Bil­der­rah­men.

Mei­ne bes­se­re Hälf­te erkun­dig­te sich täg­lich sehr inter­es­siert nach mei­nen Fort­schrit­ten. Das Wohn­zim­mer sah ohne unse­re Fotos von vie­len Rei­sen und Fri­ends & Fami­ly ein­fach etwas leer aus.

Ihr mögt jetzt sagen, "stellt euch nicht so an, so schlimm wird es schon nicht sein". Aber ein guter digi­ta­ler Bil­der­rah­men ist etwas wie ein guter Freund, der einem Geschich­ten erzählt. Mit jedem Bild wird man an etwas erin­nert. Ein Urlaub, die ver­sto­be­nen Eltern, die Freu­de bei einer Ver­an­stal­tung. Es kann etwas ganz Wun­der­ba­res sein.

Es muss­te also pron­to eine Alter­na­ti­ve her.

Ich hat­te in den frü­hen Jah­ren der PC Revo­lu­ti­on eini­ge Com­pu­ter selbst gebaut, was nicht viel schwe­rer ist als LEGO, wenn man damit ver­traut ist. Aber seit­dem hat­te sich enorm viel ver­än­dert. Ein Apple TV erschien kurz­zei­tig als eine Alter­na­ti­ve, aber da fehl­ten mir dann doch eine Rei­he von Ein­stel­lun­gen.

Ret­tung nah­te

In einem Foto­gra­fen Forum stell­te ich die Fra­gen nach digi­ta­len Bil­der­rah­men und einer der Mode­ra­to­ren schlug vor, ich sol­le mir doch mal den Rasp­berry Pi anschau­en, der zwei Jah­re zuvor von genia­len Tüft­lern in Eng­land aus der Tau­fe geho­ben wur­de. Das tat ich und befand, dass man sich damit durch­aus an ein sol­ches Pro­jekt machen könn­te.

Mit viel Unter­stüt­zung aus Rasp­berry Pi Foren aus Eng­land und Deutsch­land ent­stand inner­halb recht kur­zer Zeit mein ers­ter selbst­ge­bau­ter digi­ta­ler Bil­der­rah­men. Mei­ne Frau war glück­lich und ich der Held. Seit­dem habe ich eini­ge Bil­der­rah­men für Freun­de und Fami­lie kon­zi­piert und hat­te jedes Mal den Drag, etwas noch bes­ser zu machen.

Gleich­zei­tig beob­ach­te­te ich aber auch wei­ter­hin der Markt, um zu sehen, wel­che Her­stel­ler mit wel­chen Lösun­gen auf den Markt kom­men wür­den. Ent­ge­gen mei­nen Erwar­tun­gen ist der Markt aber bis heu­te recht über­schau­bar geblie­ben. Her­stel­ler kamen und gin­gen und ich frag­te mich immer, war­um der Markt so wenig Viel­falt bot.

Heu­te gibt es eine Rei­he von recht guten Lösun­gen, die so alle ihre Vor- und Nach­tei­le haben. Das per­fek­te Modell habe ich noch nicht gefun­den, des­we­gen opti­mie­re ich mei­ne Selbst­bau­lö­sun­gen und tei­le sie hier mit euch.

Wie sieht denn ein rich­tig guter digi­ta­ler Bil­der­rah­men aus?

Ein digi­ta­ler Bil­der­rah­men muss sich zunächst ein­mal von der Optik her unauf­fäl­lig in das Wohn­zim­mer (oder wo man ihn auch immer auf­hängt) ein­pas­sen. 

Er soll­te hand­werk­lich gut gebaut aber gleich­zei­tig unauf­dring­lich wir­ken. Der Stil muss zuhau­se ein­fach rein­pas­sen.

Ansons­ten sagt eure Frau ohne­hin nein. So wie bei den gro­ßen Laut­spre­chern.

Die Bild­schirm­grö­ße muss es erlau­ben, in das Bild geis­tig hin­ein zu tau­chen, aber es darf auch nicht zu groß sein.

Er muss sanf­te Über­gän­ge bie­ten, die einen nicht wegen der plötz­li­chen Ände­rung in der Hel­lig­keit erschre­cken, son­dern neu­gie­rig machen, wel­ches Bild als nächs­tes kommt.

Es muss super ein­fach sein, Bil­der zu aktua­li­sie­ren, ganz egal von wo aus.

Es soll­te kein Abo­mo­dell beinhal­ten und auch bezahl­bar sein.

Und vor allem muss es die Bil­der ein­fach groß­ar­tig her­aus brin­gen.

Es fällt mit schwer, eine kla­re Kauf­emp­feh­lung für ein bestimm­tes Modell aus­zu­spre­chen. Die meis­ten digi­ta­len Bil­der­rah­men im Markt machen kei­ne Freu­de. Klei­ne Bild­schir­me in einem bil­lig wir­ken­den Plas­tik­rah­men zum Auf­stel­len und dann noch ein dickes Mar­ken­lo­go, was vor­ne drauf klebt.

Das muss bes­ser gehen. Die von Meu­ral ange­bo­te­nen Rah­men erfül­len von der Beschrei­bung her vie­le mei­ner Kri­te­ri­en und ich wer­de sie noch näher tes­ten. Aber so ganz güns­tig sind sie nicht, und sie haben lei­der nur ein 16:9 For­mat im Ange­bot, was mir etwas zu breit ist.

Selbst ist der Mann (und die Frau)

Da es so ein­fach ist, einen digi­ta­len Bil­der­rah­men selbst zu bau­en, kann ich das nur jedem emp­feh­len, der ein wenig tech­ni­sche Affi­ni­tät mit­bringt.

Alles was ihr braucht ist ein guter 24 Zoll Moni­tor (wich­tig: lest zuvor mei­nen Arti­kel "10 wich­ti­ge Tipps zur Aus­wahl des rich­ti­gen Moni­tors für dei­nen digi­ta­len Bil­der­rah­men"), einen Rasp­berry Pi 4 Model B (Mei­ne Emp­feh­lung) und einen pas­sen­den Holz­rah­men.

Der Rasp­berry Pi 4 Model B

Je nach Rah­men­qua­li­tät kos­tet euch das weni­ger als € 300.

Auf mei­nem Blog hier fin­det ihr vie­le Anlei­tun­gen für Anfän­ger und Fort­ge­schrit­te­ne, um auch sehr schlaue Funk­tio­nen hin­zu­zu­fü­gen.

Ich habe viel Herz­blut, Zeit und Ener­gie in das The­ma her­ein­ge­steckt und mit Unter­stüt­zung von vie­len flei­ßi­gen Hel­fern in den Foren die­ser Welt, umfang­rei­che Infor­ma­tio­nen zum The­ma "Digi­ta­le Bil­der­rah­men" zusam­men­ge­stellt, damit wir gemein­sam das Pro­jekt wei­ter nach vor­ne tra­gen und ver­bes­sern kön­nen.

Fazit

Wenn man schö­ne Foto­gra­fi­en liebt, oder etwas sel­ber ger­ne die Kame­ra in die Hand nimmt, dann ist es gute Idee, sich mit dem The­ma Digi­ta­le Bil­der­rah­men zu befas­sen.

Ob man einen fer­ti­gen Rah­men kauft oder ihn selbst baut, ist eine Fra­ge des hand­werk­li­chen Geschicks. Der Eigen­bau ist auf jeden Fall ein groß­ar­ti­ges Pro­jekt, weil er auch immer erwei­tert wer­den kann. Und man kann ihn eben ganz indi­vi­du­ell auf den eige­nen Geschmack zurecht­schnei­den und die tech­ni­schen Fea­tures so ein­rich­ten, wie es einem am bes­ten gefällt.

Traut euch!